Zum Stand der Dinge: Genossenschaftsförderung in Berlin

Während die Koalitionsverhandlungen in Berlin laufen und um Posten und Ressortzuteilungen gerangelt wird, interessieren uns ganz besonders folgende Fragen:

Was wird aus den Ankündigungen der zukünftigen Regierenden Bürgermeisterin und ihrer Partei, die Wohnungsfrage mit einer Neubauoffensive zu beantworten, die auch durch eine Sozialpartnerschaft mit privaten Wohnungsbauträgern und Wohnungswirtschaft möglich gemacht werden soll?

Daran schließt eine zweite Frage an, weil es ja nicht um die ewige Leier vom „bauen, bauen, bauen“ zu buchstäblich jedem Preis gehen kann, sondern weil es im Gegenteil um die Schaffung von dauerhaft bezahlbarem Wohnraum, demokratische Beteiligungsstrukturen und solidarische Nachbarschaften gehen muss: Welche Rolle ist in der neuen Legislaturperiode eigentlich den jungen Genossenschaften zugedacht, die genau hier ihre Kernkompetenz haben und nur darauf warten, das endlich auch einmal in der Errichtung größerer Quartierszusammenhänge (z.B. im Kurt-Schumacher-Quartier) nachweisen zu dürfen?

Wir sehen auf verschiedenen Ebenen, die diese Frage berühren, Verbesserungsbedarf und haben darüber bereits vor den Wahlen ausführlich berichtet. In der aktuellen Ausgabe des MieterMagazins des Berliner Mietervereins findet sich nun ein lesenswerter Artikel, der Akteurskonstellationen und Wirkungszusammenhänge in Sachen Genossenschaftsförderung in den letzten gut zwanzig Jahren in Berlin beleuchtet. Darin kommen auch Mitglieder unserer Projektentwicklung in der Schöneberger Linse mit kritischer Stimme zu Wort. Der Artikel zieht ein Fazit, dem wir uns momentan leider noch anschliessen müssen: Die Genossenschaftsförderung wirkt nicht, wie sie soll.