Altersgerechtes Wohnen in Genossenschaften

Wenn sich das Leben verändert, sollte das Zuhause bleiben können

Was passiert, wenn die Kinder ausziehen, die Treppe zur Herausforderung wird oder Elternteile näher bei ihrer Familie wohnen möchten? Oft bedeutet das einen Umzug, höhere Mietkosten oder die Suche nach dem passenden Pflegeheim, somit den Verlust des vertrauten Umfelds. Doch selbst dann fehlt es an bezahlbarem, altersgerechtem Wohnraum. Laut dem Pestel-Institut benötigen rund 2,8 Millionen Seniorenhaushalte in Deutschland eine altersgerechte Wohnung. Nur etwa 600.000 verfügen darüber (2023). Die sogenannte graue Wohnungsnot zeigt: Es geht nicht nur um barrierefreie Wohnungen, sondern auch um Bezahlbarkeit, soziale Kontakte, langfristige Sicherheit und ein selbstbestimmtes Leben im Alter.

Was Genossenschaften anders machen:

  • Altersgerecht wohnen: Unsere Wohnungen sind barrierearm gestaltet und schaffen gute Voraussetzungen, um möglichst lange selbstständig zu leben. Dabei denken wir Wohnen baulich und sozial zusammen: Eine Wohnung sollte zum Leben passen, auch wenn sich die eigenen Bedürfnisse verändern.
  • Dauerhaft sicher wohnen: Als Mitglieder sind die Bewohner*innen Teil der Genossenschaft, der das Haus gehört. Das genossenschaftliche Nutzungsverhältnis bietet eine langfristige Wohnperspektive und stärkt die Selbstbestimmung. In den meisten Projekten ist ein dauerhaftes Wohnrecht in der Satzung der Genossenschaften verankert.
  • Gemeinschaft erleben:  Unsere Projekte entstehen aus dem Gedanken der Gemeinschaft. Für uns bedeutet das, Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenssituationen unter einem Dach zusammenzubringen und ein gemeinschaftliches Miteinander zu schaffen, das von gegenseitiger Unterstützung und Zusammenhalt geprägt ist. Gemeinschaftsräume, Gärten und Begegnungsorte fördern diesen Austausch. Ältere Menschen sind dabei nicht nur Teil der Hausgemeinschaft, sondern gestalten ihr Wohnumfeld aktiv mit. So entstehen soziale Teilhabe und Nachbarschaften, die der Alterseinsamkeit entgegenwirken können.

Gemeinschaft leben: in unseren Projekten

In unseren Projekten zeigt sich, wie unterschiedliche Wohn- und Lebensformen zusammenfinden können. Die Zusammenarbeit mit sozialen Trägern, die betreutes Wohnen ermöglichen, und selbstbestimmte Senioren-Wohngemeinschaften in sogenannten Clusterwohnungen verbinden Gemeinschaft mit privaten Rückzugsorten, wie in etwa in der Oberseestraße 110 geplant wird. So schaffen wir Wohnraum, der unterschiedliche Bedürfnisse vereint: selbstständig wohnen, Gemeinschaft erleben und bei Bedarf Unterstützung erhalten. Dieser Ansatz ist ein wesentlicher Bestandteil unserer genossenschaftlichen Arbeit.

Ein Zuhause, das mit dem Leben mitwächst

Wenn sich die Lebenssituation verändert, kann ein Wohnungswechsel innerhalb der Genossenschaft eine Perspektive sein, sofern der passende Wohnraum verfügbar ist. So lässt sich ein Umzug ermöglichen, ohne zwangsläufig das vertraute Umfeld und die gewachsene Nachbarschaft aufzugeben. Genossenschaftliches Wohnen verbindet bauliche Voraussetzungen für das Älterwerden, langfristige Wohnsicherheit und soziale Gemeinschaft. Es schafft damit die Grundlage für ein Zuhause, das nicht nur heute passt, sondern Menschen auch in späteren Lebensphasen begleiten kann.


Quellen und weiterführende Lektüre: