Faire Miete ist kein Versprechen. Es ist eine Rechtsform.

Der Berliner Wohnungsmarkt ist seit Jahren angespannt und viele Bewohner*innen dieser Stadt finden keinen Wohnraum zu fairen Mieten. Dieses Problem hat strukturelle Ursachen weil mit Wohnraum Profit erwirtschaftet wird. Aber es geht auch anders und eine Alternative dazu existiert. Es ist eine Rechtsform – die eingetragene Genossenschaft.

  1. Du zahlst, was es kostet, nicht was der Markt verlangt

    Als Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft zahlst du kein spekulatives Mietentgelt, sondern genau das, was Betrieb, Bau und Finanzierung des Hauses kosten. Es handelt sich nicht um die übliche Miete, sondern ein gemeinsames “Nutzungsentgelt”. Anstatt allein ein Haus zu kaufen, tust du dies als Teil einer Gruppe: auf städtischem Grund, als kollektive Bauherr*innen. Ihr baut nicht als Investition, nicht zur Spekulation, nicht für Mietrendite – sondern für euch, eure Familien und eure Gemeinschaft. Als Teil einer Genossenschaft, seid ihr Mieter*Innen und Vermieter*Innen in einem: Mit dem Nutzungsentgelt (Miete) zahlt ihr als “Mieter*innen” den Kredit des Hauses ab, wie auch bei jedem anderen Hauskauf. Nach der Kreditlaufzeit legt ihr eure zukünftige Miete dann selbst fest.

  2. Allen gehört alles, keiner kann spekulieren

    In einer Wohnungsbaugenossenschaft besitzt kein Mitglied Einzeleigentum, kann also die bewohnte Wohnung nicht gewinnbringend verkaufen. Das Wohneigentum gehört den Genoss*innen gemeinsam. Das Konzept ist vereinfacht gesagt: Allen gehört das Haus gemeinsam, niemandem gehört eine eigene Wohnung. Das ist kein romantisches Prinzip, es ist eine handfeste rechtliche Basis und Organisationsmodell, zwischen Privateigentum und Vergesellschaftung. Das heißt, solange du in der Wohnung wohnst, bekommst du keine profitorientierte Mieterhöhung, niemand kann dich wegen Eigenbedarf rauswerfen oder luxussanieren.

  3. Alle entscheiden mit!

    Alles, was ihr mit dem Haus und dem Wohnraum macht, entscheidet ihr gemeinsam. Wie genau? Dafür gibt es gemeinsam erarbeitete Satzungen, Mitgliederversammlungen und basisdemokratische Entscheidungswege. Diese ermöglichen faires Miteinander und demokratische Mitbestimmung aller und sind in einer Genossenschaft rechtlich verankert.

Fazit: Ein Haus, das bleibt – und wirkt

Genossenschaften sind eine Realität in der Utopie einer Stadt. Wir zeigen damit das ein anderes, besseres System möglich ist.  Wer heute Teil einer Genossenschaft wird, handelt nicht nur für sich, sondern verändert dauerhaft das Zusammenleben in der Stadt.

Du willst mehr lesen? Hier ist unsere Empfehlungen:

–> Christoph Trautvetter, „Den Wohnungsmarkt nicht den Milliardären überlassen”, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 14. Februar 2025.

–> Redaktionsgruppe Die Genossenschaftler*innen, „Selbstverwaltet und solidarisch wohnen. Genossenschaften und ihre Bedeutung für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik”, Die Genossenschaftler*innen. 3. Auflage, 2025